Die Psoriasis, umgangssprachlich auch als Schuppenflechte bekannt, ist eine erblich bedingte und nicht ansteckende chronische Haut- und Gelenkerkrankung. Ihr Ausbruch kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Es ist wichtig zu betonen, dass Psoriasis nicht übertragbar ist, sondern jeder, der die genetische Veranlagung dafür hat, sie entwickeln kann. In Deutschland sind zwischen zwei und drei Millionen Menschen von Schuppenflechte betroffen. Viele von ihnen leiden aufgrund ihrer Psoriasis an Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen.

Die Entzündung von Knochen und Gelenken ist ein Bestandteil der Psoriasis-Erkrankung. Im Gegensatz zur klassischen Gelenkrheumatoiden Arthritis beginnt die Psoriasis-Arthritis oft an den Stellen, an denen Sehnen, Bänder und Muskeln mit dem Knochen verbunden sind (Enthesitis). Diese Entzündung führt anfangs oft zu Schmerzen bei Druck auf diese Stellen. Am häufigsten tritt die Enthesitis am Ansatz der Achillessehne auf.

Da die Veranlagung für Schuppenflechte in den Genen liegt, ist die Krankheit zwar nicht heilbar, aber gut behandelbar. Es stehen verschiedene moderne Behandlungsmethoden zur Verfügung, die je nach Art und Ausprägung der Psoriasis angewendet werden.

Die Schuppenflechte ist eine sogenannte autoimmun vermittelte Entzündungskrankheit, bei der die Abwehrreaktionen des Körpers fehlerhaft sind. Das Immunsystem greift eigenes Gewebe an und täuscht eine Verletzung vor. Als Reaktion darauf entsteht eine Entzündung, die den Körper zur übermäßigen Produktion neuer Hautzellen anregt. Diese schnelle Zellteilung führt dazu, dass Hautzellen viel schneller als üblich an die Hautoberfläche gelangen.

Moderne Kortikosteroide und Kombinationen von Kortikosteroiden mit Vitamin-D-Derivaten sind wirksame Langzeitbehandlungen für leichte Schuppenflechte. Dabei wird das verordnete Medikament zuerst ein- bis zweimal täglich auf die betroffenen Stellen aufgetragen, bis die Hautläsionen abgeheilt sind. Anschließend wird das gleiche Medikament einmal wöchentlich auf den zuvor betroffenen Stellen verwendet, um Rückfälle zu verhindern. Dieser Ansatz wird als “proaktive Therapie” bezeichnet.

Menschen, die an Schuppenflechte erkrankt sind, haben ein zwei- bis vierfach erhöhtes Risiko, neben der Psoriasis auch weitere Erkrankungen zu entwickeln. Dazu gehören insbesondere Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems wie Bluthochdruck, Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall sowie Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen.

Bei mittelschwerer oder schwerer Psoriasis, oder wenn die äußerliche Behandlung nicht erfolgreich ist, verschreiben Hautärzte und -ärztinnen Medikamente zur oralen Einnahme. Häufig werden zunächst sogenannte konventionelle Wirkstoffe wie Dimethylfumarat und Methotrexat verwendet, während Acitretin und Ciclosporin seltener angewendet werden.

In den letzten Jahren haben sich Biologika als wirksame Behandlungsmethode für mittelschwere bis schwere Psoriasis bewährt. Diese Medikamente werden entweder subkutan injiziert oder als Infusion verabreicht. Sie kommen zum Einsatz, wenn die Behandlung mit konventionellen Wirkstoffen nicht ausreichend wirksam ist, nicht vertragen wird oder nicht möglich ist. Viele dieser neuen Wirkstoffe sind auch zur Behandlung der Psoriasis-Arthritis zugelassen.