Die Nesselsucht (Urtikaria) ist eine häufige Hauterkrankung, die sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern auftreten kann. Typische Symptome sind gerötete Haut und stark juckende Quaddeln. Gelegentlich können auch Haut und Schleimhäute anschwellen. Die Nesselsucht kann akut oder chronisch verlaufen und verschiedene Auslöser haben.

Bei 30 bis 50 Prozent der Patientinnen und Patienten mit akuter Nesselsucht ist keine spezifische Ursache bekannt. In anderen Fällen können Infektionen durch Viren wie Rota- oder Erkältungsviren oder Bakterien wie Streptokokken verantwortlich sein. Allergische Reaktionen auf Substanzen wie Kuhmilch, Latex, Bienenstiche, Pollen oder Tierhaare können ebenfalls Auslöser sein. Darüber hinaus können bestimmte Medikamente zur Behandlung von Rheuma oder Bluthochdruck in einigen Fällen Nesselsucht verursachen. Autoimmunreaktionen, bei denen das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe vorgeht, indem es spezifische Antikörper (Insbesondere Immunglobulin E oder IgE) bildet, können ebenfalls zu Nesselsucht führen. Neben Infektionen und Krebserkrankungen können auch Magenschleimhautentzündungen, Refluxkrankheiten sowie Entzündungen des Gallengangs oder der Gallenblase das Auftreten von Nesselsucht begünstigen. Seltener tritt die induzierte Nesselsucht auf, die durch äußere Reize wie Kälte, Wärme, Druck oder Sonnenlicht ausgelöst wird.

Mehr als die Hälfte der Patientinnen und Patienten mit spontaner, chronischer Nesselsucht entwickeln sowohl Quaddeln als auch ein Angioödem. Etwa ein Drittel leidet nur unter Quaddeln, während bei etwa jedem zehnten Betroffenen ausschließlich ein Angioödem auftritt.

Quaddeln sind zentrale Schwellungen, die in ihrer Größe variieren und fast immer von einer Rötung der Haut (Erythem) begleitet sind. Die Haut ist dabei stark juckend, und manchmal entsteht ein brennendes Gefühl. Die Rötung verschwindet normalerweise innerhalb von 30 Minuten bis zu 24 Stunden.

Ein Angioödem führt zu plötzlichen und ausgeprägten Schwellungen, die gerötet sind. Manchmal sind Schmerzen oder Juckreiz damit verbunden. Die Schwellung nimmt in der Regel nach etwa 72 Stunden ab.

Das Hauptziel der Behandlung besteht darin, die Auslöser der Nesselsucht zu identifizieren und zu vermeiden sowie die Symptome bestmöglich zu lindern.

Für die akute Nesselsucht werden normalerweise orale Antihistaminika eingesetzt, die antiallergisch wirken und in Tablettenform eingenommen werden.

Bei schweren Symptomen oder wenn Antihistaminika nicht ausreichend wirken, können Ärztinnen und Ärzte die Dosis der Antihistaminika erhöhen oder andere Medikamente wie entzündungshemmende Kortikosteroide oder Antikörper verschreiben.

Es ist wichtig zu beachten, dass akute Nesselsucht, ob mit oder ohne Angioödem, ein frühes Anzeichen für eine schwere allergische Reaktion (anaphylaktische Reaktion) sein kann, die einen medizinischen Notfall darstellt.