Heller Hautkrebs / Weißer Hautkrebs – Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom
Der Begriff “Heller Hautkrebs” oder “Weißer Hautkrebs” umfasst das Basalzellkarzinom (auch Basalzellkrebs genannt) und das Plattenepithelkarzinom (auch Stachelzellkrebs genannt). Diese Formen von Hautkrebs sind weniger bekannt als das Melanom (Schwarzer Hautkrebs), aber sie sind die häufigsten Hautkrebsarten. In Deutschland haben sie in den letzten Jahren dramatisch zugenommen.
Beide Hautkrebsarten, das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom, entstehen oft als Folge von früheren Sonnenbelastungen der Haut. Diese Sonnenschäden können aufgrund von Sonnenbränden, häufigen Sonnenurlauben oder Solarienbesuchen bereits lange zurückliegen, manchmal 20 bis 30 Jahre. Diese Tumoren treten am häufigsten auf den sogenannten Sonnenterrassen des Körpers auf, wie der Nase, den Ohren, der Unterlippe, dem Nacken und den Händen. Die Veränderungen in den Hautzellen entwickeln sich allmählich und werden oft vom Patienten unbemerkt. Sie können sich als kleine Knoten, Rötungen oder schorfige Flecken auf der Haut manifestieren. Eine frühzeitige Diagnose und Therapie können jedoch den weiteren Verlauf stoppen und eine vollständige Heilung ermöglichen.
Basalzellkarzinom: Das Basalzellkarzinom gehört, wie auch das Plattenepithelkarzinom, zu den nicht-melanotischen (hellen, weißen) Hautkrebsarten. Es entwickelt sich aus Zellen der sogenannten Basalzellschicht der Haut und den Wurzelscheiden der Haarfollikel. Diese Tumoren treten am häufigsten im Kopf- und Halsbereich auf, seltener an Rumpf, Armen oder Beinen. Im Gegensatz zum malignen Melanom, dem schwarzen Hautkrebs, neigt das Basalzellkarzinom nur selten dazu, Metastasen in anderen Organen zu bilden. Es kann jedoch aggressiv in das umgebende Gewebe eindringen, einschließlich von Knorpel und Knochen.
Die Erscheinungsformen des Basalzellkarzinoms sind vielfältig. Häufig handelt es sich um hautfarbene bis rötliche, knotige Tumoren, die oft von einem perlschnurartigen Randsaum umgeben sind und auf ihrer Oberfläche kleine Blutgefäße aufweisen. Es gibt auch andere Wachstumsformen, die als rote Flecken (oft am Rumpf) oder als narbige Veränderungen auftreten und manchmal nicht als Tumor erkannt werden. Fortgeschrittene Basalzellkarzinome können Geschwüre bilden, die bluten und sich als sehr störend erweisen.
Die Standardtherapie für das Basalzellkarzinom besteht darin, den Tumor vollständig chirurgisch zu entfernen, normalerweise unter örtlicher Betäubung. In einigen Fällen kann eine Nachoperation erforderlich sein, wenn beim ersten Eingriff nicht das gesamte Krebsgewebe entfernt wurde.
Für große oder schwer zugängliche Tumoren oder wenn der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten eine Operation nicht zulässt, können alternative Behandlungsmethoden eingesetzt werden.
Je nach Anzahl der Tumoren, ihrer Größe und Dicke, ihrer Lage und den individuellen Bedürfnissen des Patienten können regelmäßige Kontrolluntersuchungen alle drei Monate erforderlich sein. Wenn nach zwei Jahren keine neuen Basalzellkarzinome auftreten, können jährliche Untersuchungen ausreichen. In einigen Fällen kann eine engmaschigere Nachsorge empfohlen werden.
Plattenepithelkarzinom: Das Plattenepithelkarzinom der Haut, auch Spinaliom oder Stachelzellkarzinom genannt, ist nach dem Basalzellkarzinom die zweithäufigste Form von bösartigem Hautkrebs. Es entwickelt sich oft in chronisch sonnenexponierten Bereichen der Haut, wobei mehr als die Hälfte der Fälle den Kopf oder den Hals betrifft, seltener die Hände, Unterarme oder Beine. Unbehandelt kann das Plattenepithelkarzinom in das umgebende Gewebe eindringen und es zerstören. Obwohl Plattenepithelkarzinome nur selten (etwa in 5% der Fälle) Metastasen bilden, ist es möglich.
Der wichtigste Risikofaktor für Plattenepithelkarzinome der Haut ist die UV-Strahlung, wobei die Menge der Sonnenexposition über das Leben hinweg eine Rolle spielt. Personen mit geschwächtem Immunsystem, sei es aufgrund von Krankheiten oder medikamentöser Therapie (z.B., nach Organtransplantationen), sind ebenfalls gefährdet. Plattenepithelkarzinome entwickeln sich oft aus aktinischen Keratosen, die als Vorstufen von Hautkrebs gelten. Anfangs ähneln die Anzeichen denen von aktinischen Keratosen. Sie können als verhornter Knoten oder eine erhabene Plaque auftreten und bluten oder sich krusten. Fortgeschrittene Plattenepithelkarzinome können als Geschwüre erscheinen oder über die Haut hinauswachsen.
Die Standardtherapie für das Plattenepithelkarzinom ist die vollständige chirurgische Entfernung. Die Behandlung richtet sich nach der Ausdehnung des Tumors und kann eine Ultraschalluntersuchung der benachbarten Lymphknoten erfordern, wenn der Tumor eine bestimmte Dicke erreicht.
Die Häufigkeit der Nachsorgeuntersuchungen hängt vom individuellen Risiko des Patienten ab.





